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Projektträger

Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e.V.

Fachlich inhaltliche
Begleitung


e-hoch-x Beratungsgesellschaft mbH

Gefördert durch

Sächsische Staatsregierung

Diese Maßnahme wird mitfanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.

Vom sterilen Wundtupfer bis zur Schokoladen-Anwendung

Autorenbeitrag Oktober 2017

Sächsischer Verbandstoff-Produzent Kerma nutzt vti-Projekt "health.textil 4.0" zum Ausbau des Networkings und zur Erschließung neuer Marktsegmente

Hainichen / Chemnitz / Dresden, Okt. 2017 - "Die Herstellung von Medizinprodukten gehört zu den am strengsten überwachten Industriebereichen in Deutschland, und die Vorschriften werden noch strikter", sagt Ulrike Kermes, Geschäftsführerin der Kerma Verbandstoff GmbH, Hainichen. Dementsprechend hoch seien die Anforderungen hinsichtlich Qualität und Hygiene an die Produzenten. Das von ihr in fünfter Generation geleitete Familienunternehmen ist zertifiziert laut Qualitätsmanagement-System DIN EN ISO 13485 und muss regelmäßig Re-Audits sowie weitere Kontrollen absolvieren, darunter mikrobiologische Produkttests. Gegenwärtig hat die Firma über 200 Artikel in unterschiedlichen Größen und Abmessungen sowie in steriler und nicht steriler Version im Sortiment. Dazu gehören u.a. Zellstoff-Vlies- und Zellstoff-Mull-Kompressen, Tampons, elastische Fingerbinden, Inkontinenzartikel, Krankenunterlagen, Tupfer in unterschiedlichen Formen, Nasen-Schlitztücher für HNO-Anwendungen und Wundauflagen.



Bei weitem nicht alle Produkte lassen sich maschinell herstellen. Beispielsweise erfordern die von Chirurgen und Gynäkologen benötigten Tampons zur Wundbehandlung ein Höchstmaß an sorgfältiger Handarbeit der damit bestens vertrauten Kerma-Mitarbeiterinnen. Die in den Varianten walnussgroß, extragroß oder faustgroß angebotenen Tampons bestehen jeweils aus einem von hochwertiger Baumwollgaze umhüllten Wattebausch. Dieser wird durch einen 20 Zentimeter langen Doppelfaden zusammengehalten, der zudem als Rückhole-Faden fungiert. Die Sterilisation der einzeln verpackten Tampons erfolgt in einem Dampf-Aggregat bei 134 Grad Celsius.

Weil Mediziner bei Routinebehandlungen gern auf Bewährtes zurückgreifen, bringt Kerma nicht ständig neuartige Produkte heraus. "Unsere Innovationen beziehen sich oft auf die bessere Handhabbarkeit der Artikel. Wir schauen sehr genau hin, wie unsere Kunden mit den verschiedenen Materialien arbeiten", berichtet Ulrike Kermes: "Beispielsweise bieten wir Verbandzellstoff-Watteblättchen in einem wiederverschließbaren Karton an, in dem sie nicht durcheinanderpurzeln, und aus dem sie problemlos entnommen werden können. Das erleichtert die Arbeit in Arztpraxen und Kliniken."

Flexibilität ist Plus im globalen Wettbewerb

Qualität, Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit sind die Eigenschaften, die die Kunden seit über 130 Jahren zu schätzen wissen. Zugleich prägen sie den Charakter der Marke KERMA® sowie das Corporate Design der Firma. Letzteres wird dominiert von dem bereits Anfang des 20. Jahrhunderts geschaffenen Logo (dessen Schöpfer unbekannt ist): ein stilisierter Ritter, der sein Schwert zum Zeichen des Friedens mit der Spitze nach unten richtet. Mehr zur hoch interessanten Firmengeschichte ist der vorbildlich gestalteten Homepage www.kerma.de zu entnehmen.



Gegenwärtig beliefert Kerma vor allem einschlägige Medizin- und Pharmagroßhändler, ebenso Sanitätshäuser, Apotheken, Kliniken, Pflegeheime, Laboratorien sowie Einrichtungen der Veterinärmedizin. Exportländer sind Frankreich, Griechenland, Österreich, die Niederlande, die Schweiz sowie Tschechien. Ein herausragender Wettbewerbsvorteil der mittelständischen Firma auf dem globalisierten Medizin- und Gesundheitstextilien-Markt ist ihre Flexibilität. "Wir können sehr kurzfristig auf Sonderwünsche hinsichtlich unserer Produktgestaltung reagieren. Außerdem halten wir einen ausreichenden Lagerbestand vor, so dass wir dringliche Order tagesaktuell bedienen können", erläutert Ulrike Kermes. Beim Einkauf von Rohstoffen, Halbzeugen, Verpackungsmaterialien sowie von Druck- und anderen Serviceleistungen greift sie - wo immer möglich - auf renommierte Anbieter aus Deutschland bzw. Sachsen zurück. Beispielsweise bezieht Kerma die in der Produktion benötigten Spezialgarne zum Vernähen von Wundauflagen aus der nur knapp 20 Autominuten entfernten Alterfil Nähfaden GmbH, Oederan.

Hightech in Warenwirtschaft und Logistik

Nutzbringendes "Networking" ist einer der Gründe, weshalb sich die Kerma Verbandstoff GmbH an dem kürzlich vom Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e.V. (vti), gestarteten Projekt "health.textil 4.0" beteiligt. "Ich bin sicher, dass wir dadurch wichtige neue Kontakte zu Lieferanten und in Forschungsinstitute knüpfen können. Außerdem erhöht das natürlich den Bekanntheitsgrad unserer Marke", umreißt Ulrike Kermes ihre Erwartungen an das vom sächsischen Wirtschaftsministerium unterstützte Projekt. vti-Hauptgeschäftsführer Dr.-Ing. Jenz Otto sieht dafür gute Chancen: "Wir haben bereits jetzt rund 15 namhafte Partner, die mitwirken; weitere werden hinzukommen. Auch die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit in den relevanten Zielgruppen wird zum Erfolg im Sinne unserer mittelständischen Hersteller von Medizin- und Gesundheitstextilien beitragen."

Kerma will künftig noch stärker Marktsegmente erschließen, die sich aufgrund der dort geforderten hohen Hygiene-Standards quasi im Grenzbereich zum Medizinsektor befinden. Beispielsweise können Inkontinenzunterlagen in leicht modifizierter Form bei Kräuter- oder Schokoladenanwendungen in Physiotherapie-Praxen bzw. Wellness-Oasen von Hotels verwendet werden. Ebenso gehören Studios für Kosmetik oder für Fuß- und Nagelpflege zum (potenziellen) Kundenkreis. Obwohl bei Kerma auch in Zukunft etliches nur per Hand produziert werden kann, hat in anderen Unternehmensbereichen längst Hightech Einzug gehalten. "Unser digitales Warenwirtschaftssystem ist sozusagen das Rückgrat von Produktion und Logistik", erklärt die Chefin: "Die Industrie 4.0 hat bei uns längst begonnen."

Zur Person: Ulrike Kermes M.A. ist die Ururenkelin von Friedrich Max Kermes, der 1886 im sächsischen Hainichen eine Firma zum Vertrieb von Verbandstoffen gründete. Nach ihrem Studium an TU Chemnitz trat sie 2004 in das Unternehmen ein; 2012 übernahm sie von ihrem Vater Dipl.-Ing. Eckart Rüdiger die Geschäftsführung. Im Management unterstützt wird sie von ihrer Tante und Mitgesellschafterin Dipl.-Ing. Verena Kermes, die für den Vertrieb verantwortlich zeichnet. Ulrike Kermes ist verlobt und Mutter eines zweijährigen Sohnes.

Text: Stefan Möbius, Fotos: Kristin Schmidt
(Verwendung jeweils honorarfrei)


Kontakt zu den im Text zitierten Personen:

Ulrike Kermes M.A., KERMA Hainichen
Telefon: 037207 4080
E-Mail: info@kerma.de
Internet: www.kerma.de

Dr.-Ing. Jenz Otto, vti Chemnitz
Telefon: 0371 5347247
E-Mail: vti@vti-online.de
Internet: www.vti-online.de

Bildtext zum Foto 1: Die Kerma Verbandstoff GmbH, Hainichen, beteiligt sich an dem kürzlich vom Branchenverband vti gestarteten Netzwerk-Projekt "health.textil 4.0". Geschäftsführerin Ulrike Kermes (r.) erläutert vti-Hauptgeschäftsführer Dr. Jenz Otto die in der Produktion eingesetzte Maliwatt-Nähwirktechnik. Foto: Kristin Schmidt

Bildtext zum Foto 2: Spezialtampons für medizinische Wundbehandlungen entstehen in der Kerma Verbandstoff GmbH, Hainichen, überwiegend in Handarbeit. Unser Foto zeigt Mitarbeiterin Veronika Felgentreu (l.) und Produktionsleiterin Sylke Blumhagen. Die Tampons werden anschließend in der Verpackung dampfsterilisiert. Foto: Kristin Schmidt

Pressefoto-Abruf für Redaktionen:
vti-pressedienst@pr-inform.de



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Öffnungszeiten:
Mo.-Mi. 9 bis 17 Uhr

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Textile Zukunftslösungen für die Gesundheitswirtschaft